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Tour A - Renaissancesäle
Der Vorgänger des Schlosses von Telč war die gotische Burg, die während der Zeit der Herren von Hradec (Menhart von Hradec) in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts errichtet wurde. Die Reste des ursprünglichen Bauwerks lassen sich bis heute im Objekt der Alten Burg, beim sog. Kleinen Hof und bei der Kapelle des Hl. Georg ersehen. In diesem Teil der Burg nahm der Bauherr aus Slavonice L. Estreicher die erste Etappe des Umbaus im Renaissancestil in Angriff. Der Großteil der Arbeiten war bis 1553 fertig, als der Besitzer des Gutes Zacharias von Hradec seine Gattin Katharina von Waldstein nach Telč brachte. Aus Italien zurückgekommen war er vom Stil der italienischen Renaissance derart stark beeinflusst hat, dass er beschloss, italienische Handwerker und Bauherren nach Telč einzuladen. Unter ihrer Federführung entstanden im Areal des Sitzes von Zacharias zwei neue Paläste, die mit erhabenen mehrgeschossigen Arkaden verbunden sind.
Auf der Besichtigungstour stoßen wir auf die verschiedensten Techniken wie Sgrafitti (Schatzkammer, Kleiner Speisesaal), Stuckverzierung (beide Schlosskapellen) und Grisaille (Rüstkammer). Der große Stolz der Renaissancesäle des Schlosses sind die Kassettendecken, die mit Malerei, Holzschnitzereien und Trophäen verziert sind. Der majestätischste Innenraum des Schlosses von Telč ist der Goldene Saal, der sich auf der ganzen Breite des gesamten Traktes des neueren Renaissanceplastes erstreckt. Hier befinden sich Darstellungen der Eltern von Zacharias - Adam I. von Hradec und Anna, geb. von Rožmital. Außerordentlich wertvoll sind im Goldenen Saal auch die Schnitzereien in den Feldern der Kassettendecken. Es geht zum größten Teil um Figuren antiker Gottheiten und um Fabelhelden. Die reichen Schnitzereien der Kassettendecken von Telč sind mit dem Jahr 1561 datiert. Die Rautenfelder der Kassettendecken im Rittersaal werden außerdem von kuriosen Jagdtrophäen abgerundet. In der Deckenmalerei finden wir auch die Figur der Jagdgöttin - Artemis. Ebenso wie vom Rittersaal sind die Kinder auch vom Afrikanischen Saal begeistert, wo wir Jagdtrophäen afrikanischer Tiere sehen, die der Onkel des letzten Besitzers bei seinen Expeditionen in Afrika erlegt hat. Der zweitgrößte Saal ist der Theatersaal. Die gemalten Streifen verbinden eine Reihe von Kassetten in tiefen und profilierten Rahmen, die mit beliebten Renaissancemotiven verziert sind. Im Blauen Saal (der nach der vorwiegenden Farbe der Decke benannt ist) befindet sich ebenfalls eine Holzdecke, die von einer ganzen Reihe von Konsolen getragen wird, unter denen ein Flies mit reichem Akantgeflecht, kleinen Figuren von Faunen und Bukranionen aufgemalt ist. Im Kaisersaal sehen wir an der Kassettendecke Medaillons mit den Häuptern der Kaiserinnen und Kaiser.
Die Innenausstattung der Räume stammt aus den verschiedensten Jahrhunderten. Erwähnenswert ist insbesondere die Sammlung mit überwiegend Delftscher Fajance und Porzellan aus Wien, Meißen, Sèvres usw. Das Möbel stammt aus älteren Epochen - von der Renaissance bis zum Rokoko.






